zurück zur Startseite
News vom 07.05.2019

Stellungnahme zur ortsfernen Nord-Ost-Umfahrung

Termine blättern

Stellungnahme zum Gutachten des Ingenieurbüros Vössing hinsichtlich der ortsfernen Nord-Ost-Umfahrung

Die UWG stellt fest, dass die Gutachten von Vössing und Terrabiota im Wesentlichen keine neuen Erkenntnisse im Vergleich zu dem Gutachten von Steinbacher Consult und der Wagner-Studie gebracht haben. 

Dennoch sind die Ergebnisse unserer Ansicht nach wichtig und sinnvoll, da das Einholen einer zweiten Meinung bei wichtigen Fragestellungen immer durchgeführt werden sollte.

Die Gutachten zeigen erneut, dass eine Realisierung unter gewissen Randbedingungen möglich sein kann. Sie sagen aber auch klar aus, dass eine Nord-Ost-Umfahrung gerade aus naturschutzrechtlichen Gründen nur schwer und unter Umständen gar nicht umgesetzt werden kann. Das Bundesnaturschutzgesetz formuliert relativ klar die Grenzen für Bauwerke in FFH-Gebieten. Das Gesetz gilt unabhängig vom Anteil des Bauwerks im FFH-Gebiet zum Anteil des übrigen Bauwerks. Die Gutachten bestätigen damit die Sichtweise der UWG, dass eine Nord-Ost-Umfahrung durch FFH-Gebiet nur dann eine Chance hat, wenn es keine Alternative gibt. 

Als theoretisch mögliche Lösung im Anschlussbereich Oberdill favorisiert die UWG Lösungen, bei denen die heute schon vorhandenen Autobahnanschlüsse genutzt werden. Durch die Nähe zum Autobahndreieck Starnberg sieht die UWG keine Chancen, die Autobahndirektion für Investitionen in einen zweiten Vollanschluss zu gewinnen. Die lange Dauer bis zur Genehmigung des Halbanschlusses in Schorn zeigt die Schwierigkeiten, Veränderungen genehmigt zu bekommen.

Wir bedauern jedoch, dass die bisherige Wagner Planung mit der bekannten und favorisierten Trasse von Walter H. Jann, welche Grundlage zu dem Stadtratsbeschluss vom 20.2.2017 - in dem alle 30 Mitglieder des Stadtrates und die Erste Bürgermeisterin Frau John - einer Planung zur Realisisierung dieser Variante EINSTIMMIG zugestimmt haben, sich in dem von Ingenieurbüro Vössing vorgestellten Konzept in großen Teilen nicht wiederfindet.

Grund ist die sicher zu würdigende strategische Entscheidung, nur auf Starnberger Gemeindegebiet diese Umfahrung zu planen, um nicht noch mehr Verfahrensbeteiligte zu generieren. 

Angesichts der trotzdem ablehnenden Haltung wohl einiger Gautinger Gemeinderäte, allen voran dem bayerischen Verkehrsminister a. D. Herr Martin Zeil (Zeitungsartikel vom 20.3.2019) sehen wir es allerdings nicht als zielführend an, auf Gautinger Belange Rücksicht zu nehmen, wenn sogar die neue vorgestellte Trassenführung (Vössing) dieses Manko vermeiden will und trotzdem auf Ablehnung stößt.

Die vom Ingenieurbüro Vössing vorgestellte neue (nach Süden verschobene) Trassenführung, welche anfangs auf der bestehenden (Ost-)Umfahrung von Hanfeld verläuft, mag zwar daher finanziell sinnvoll sein, beinhaltet jedoch weitere Problempunkte :

  • v.a. durch die Frequenz und der entspr. Lärmintensivierung durch die Kraftfahrzeuge in direkterer Nähe zum Ortsteil Hanfeld (300 m). 
  • Weiterhin den zusätzlichen Flächenverbrauch durch die neue Straßenstreckenführung bei der großflächigen Einschwenkung von der bisherigen Umfahrung (nördlich des Bauhofs) auf die bisher sehr kleine Hausener Straße, sowie die damit einhergehende Verlegung/Neuerstellung gerader dieser kleinen Straße. Diese wird weiterhin benötigt als zukünftigen landwirtschaftlichen Fuhr-  und Fahrradweg; Aber v.a. natürlich auch, um wie gewohnt, den KFZ/LKW welche in das Mühltal, zum Golfclub Rieden oder direkt nach Leutstetten fahren wollen, die Fahrt auf einer ausreichend benutzbaren Straße zu ermöglichen.
  • Im weiteren Verlauf führt diese nach Süden geplante Verschwenkung der bisherigen Jann Trasse, auch zu einem deutlich näheren Heranrücken dieser neuen Nord-Ostumfahrung an den danach folgenden Ortsteil Leutstetten mit der gleichen gerade geschilderten Problematik.

Wir bitten daher um Wiederaufnahme der bereits durch Herrn Jann im Jahr 2016 geführten Gespräche mit der Gautinger Bürgermeisterin Frau Kössing, um von der Nachbargemeinde die Zustimmung für die Planung eines kurzen Streckenabschnittes (ca. 2 km:  lediglich am Rande des Waldgebiets (weit abseits der Unterbrunner Bebauung) südlich von Hausen/Unterbrunn auf Gautinger Flur) in konstruktiver Form zu erreichen.

Denn auch die Gautinger Bürger profitieren v. a. durch weniger Verkehr durch die Gautinger Innenstadt, als auch durch die eigene bessere Anbindung sowohl an die Lindauer Autobahn und folgedessen dann auch an die Garmischer Autobahn mittels einer neu zu planenden Nord-Ostumfahrung Starnbergs.